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Der Mädchentraum: Model mit 15

Ninett Börner arbeitet als Nachwuchsmodel.

“Ich habe leider kein Foto für dich!” Heidi Klums TV-Urteil fällt oft hart aus. “Bin ich schön?” fragen sich aber nicht nur die GNTM-Zuschauerinnen, auch immer mehr Jungs ist das eigene Aussehen wichtig (s.*). Ninett Börner braucht nicht mehr in Heidi Klums Fernsehshow zu gehen, die 15-Jährige arbeitet schon als Model für die Agentur Katabama in Leipzig, war schon in Zeitschriften und auf Designer-Shows zu sehen. Mit elf28 sprach sie über das Modeln und Alternativen.

 

elf28: Ninett, wie bist du zum Modeln gekommen?

Ninett: Mit dem Gedanken mal ein Model zu sein, habe ich schon mit 12 gespielt. Zuerst dachte ich, es sei unmöglich, dass ich in das Business einsteigen kann. Doch dann erzählte ich das meiner Mutter und wir horchten uns um. Wir haben dann eine Agentur im Internet gefunden, die kurz darauf ein Casting veranstaltet hat. 

Wie lief das Casting dann ab? 
Ich bin mit meinen Eltern dahin gefahren und meine Knie haben gezittert, so aufgeregt war ich noch nie! Als wir ankamen, war ich geschätzte vier Jahre jünger als alle anderen. Ich wurde von dem Chef der Agentur gebeten, zusammen mit meinen Eltern in einen großen Ballettraum zu gehen, dort saßen zwei Frauen, die mich von unten bis oben gemustert haben. Dann musste ich entlang einer Linie auf dem Boden zu Musik laufen.

Hat dir das Spaß gemacht?
Bei dem Laufen hab ich total abgeschaltet und hab versucht, mich nur auf meine Schritte zu konzentrieren, wobei es mir peinlich war, dass meine Eltern mir zugesehen haben. Das Mustern der anderen hat mir nichts ausgemacht.

Was sagen deine Freunde zu deinen Model-Ambitionen?
Zuerst hab ich es nur meiner besten Freundin erzählt, aber einem Jahr spricht sich sowas doch rum und ich wurde schon sehr oft darauf angesprochen. Eigentlich nur positiv, aber ich kann mir auch ziemlich gut vorstellen, dass hinter meinem Rücken gelästert wird.

Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Ich beschäftige mich damit nicht extrem, aber mein Aussehen ist mir schon wichtig, und für meine Fitness tue ich gerne etwas, weil es mir Spaß macht. Verändert hat sich mein Selbstbewusstsein. Ich bin sehr stolz, als Model zu arbeiten. Man fühlt sich dadurch natürlich viel besser, und ich denke, man sieht es mir an.

Willst du später als Model Karriere machen?
Ich würde mich total freuen, wenn meine Zukunft so aussehen würde, aber wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Erst einmal mache ich mein Abitur und möchte Medizin studieren, damit ich etwas in der Hand habe, und dann ein ganz normales Leben führen kann.

Was bedeutet das Modeln für dich?
Beim Modeln komme ich überall rum, lerne neue Menschen kennen, knüpfe neue Beziehungen und komme aus meinem Alltag raus. Wichtig ist es mir, weil ich mich beim Modeln wohl fühle und etwas gefunden habe, was mir sehr viel Spaß macht.

Dann wünschen wir dir viel Glück, egal ob als Model oder Medizinerin. Danke für das Gespräch!

(Interview: Magdalena Schüßler)

*Gut aussehen: Die Zeit zwischen 12 und 17 ist nicht unbedingt eine, in der man mit seinem Spiegelbild zufrieden ist. Dabei wird gerade in diesem Alter das eigene Aussehen zu einem zentralen Thema. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Jugendsexualität 2010 glaubt jedes vierte Mädchen, zu dick zu sein. Bei den Jungs ist es nur jeder zehnte. Trotzdem ist Schönheit längst nicht nur Mädchensache: Rund die Hälfte der befragten Jungen stylt sich gerne, drei von vier achten darauf, körperlich fit zu bleiben. Den Mädchen ist Styling (mit 75 Prozent) allerdings doch noch etwas wichtiger als Fitness (67 Prozent).